Willkommen und Abschied

Vor ein paar Jahren hatte ich die wunderbare Idee, auf einer eigenen Seite regelmäßig Blogeinträge zu verfassen. Angeregt von den vielen positiven Impulsen, die mir mein spätes Studium gab, erschien es mir sinnvoll, diese neue Welt auch sprachlich zu reflektieren. Am Titel dieser Seite erkennt man auch, dass ich zu dieser Zeit ein beeindruckendes Logikseminar besuchte. Und auch jetzt finde ich die doppelte Verneinung durchaus sehr reizvoll, wenn ich sie auch nicht für ein Konzept nutzen mag. Das einzige Konzept, das ich verfolge, ist keines zu haben.

Wie man zu diesem Zeitpunkt unschwer erahnt, ist nichts daraus geworden, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich könnte viele Gründe dafür nennen: Familie, mein Lehramtsstudium und aktuell die Vorbereitung auf mein 2. Staatsexamen.

Gerade in diesem Moment geht meine liebe Frau davon aus, dass ich an meinen Unterrichtsentwürfen für meine Prüfung schreibe. Aber das Bedürfnis, endlich einen zweiten Anfang zu machen, ist doch ziemlich größer und lenkt mich ab. Ihr wisst ja, wie das in Prüfungsphasen ist: Es gibt immer noch einen Kaffee zu holen oder einen Blick in die sozialen Medien zu werfen.

Zu diesen Gewohnheiten gehört gehörte Facebook: Obwohl ich relativ selten dort selber etwas poste, schaue ich jeden Morgen als erstes auf diese Seite, lese Nachrichten von Informationsgehalt ‘Gute Nacht, ihr Lieben!’ oder ‘Guten Morgen’ und weiß, dass XY heute Geburtstag hat. Bevor ich ans Arbeiten gehe, gucke ich noch kurz in den Stream und erfahre, dass irgendwer mit seinem Köter oder Kind irgendwo spazieren war und werde zu einem Konzert in irgend so einem verlausten AZ in Weißgottnichtwo eingeladen. Und so wird mein Tagesrhythmus immer wieder kurz unterbrochen. Nie lange, nein! Immer nur kurz. Und wenn es dazu kommt, dass beispielsweise Jan Schreiber einen seiner sehr guten – seltenen – Blogeinträge verfasst, komme ich nicht dazu, es zu lesen, weil ich ja noch so viel zu tun habe.

Also, um es kurz zu machen, ich verplempere meine kurze Zeit maßlos. Das ist noch blöder, als Fernsehen zu schauen. Ständig lasse ich mich unterbrechen, obwohl es nichts zu unterbrechen gibt.

Dies werde ich jetzt ändern. Nicht dass ich mich ablenken lasse, nur dass ich das Wovon lenke. Das passt viel eher zum Ego eines ehemaligen Fanziners mit Geltungsbedürfnis. Außerdem ist Schreiben die beste Therapie. Was rein kommt, muss auch wieder raus. Wenn noch jemand mitliest, ist es schön, wenn nicht, mache ich mir am Ende ein PDF daraus.

Damit ich auch Ressourcen zum Schreiben habe, werde ich meinen Facebook-Account Ende Januar löschen. Suchtverlagerung gibt es in Richtung Twitter. Twitter ist irgendwie merkwürdig, sperrig und gerade deswegen birgt es für mich nicht die Gefahr, aus Versehen zu viel Zeit dort zu verbringen. Falls sich das mal ändert, verfahre ich damit genauso wie mit Facebook.

Ach ja, worüber werde ich hier schreiben? Also ich höre gerne Musik, lese gerne und werde bald Lehrer sein. Ich interessiere mich für das Weltgeschehen und hatte zwischendurch auch mal die Idee, ich könnte gute Geschichten schreiben. Radio mache ich auch zusammen mit Vasco: Die Beste Radioshow- immer den 1. und 3. Mittwoch um 20:05 auf Radio Duisburg und Punkrockers Radio.

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