Das neue Plastic Bomb (Nummer 91) – Review Teil 2

wpid-2015-05-30-09.48.52.jpg.jpegUnd die Lektüre des Heftes dauert dank kleiner Schrift gegen den ox’schen Zeitgeist etwas länger.

Offenbar ist mit Andi ein Fan erster Stunde mit der großen Anti-Flag-Aufmacher-Story betraut. Das ist insofern interessant, dass er sein Fansein nicht hinterm Berg hält, sondern es seinen Blick auf den Promozirkus sicher erdet. Ich gehe davon aus, dass es sonst schwer gewesen wäre, das Ganze überhaupt zu ertragen. Für mich als Leser erschließt sich aber – mit der Distanz nicht mehr selber Promokampagnenmedium sein zu müssen – die Notwendigkeit auch oder gerade als politische Band so zu missionieren. Continue reading

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen
error

Der Orthografie-Check: Michas Vorwort in Plastic Bomb Nummer 91

Also jetzt mal Butter bei die Fische beziehungsweise Nieten bei die Jacke, sprich den Rotstift an das neue Plastic Bomb. Ist die Gegenkultur wirklich bedroht, in Schimpf und Schande zu vergehen, weil das Flaggschiff der Autodidakten in Akten sprachlicher Willkür geradewegs in ein babylonisches Nirwana steuert?

Exemplarisch habe ich mir mal das Vorwort von Micha aus Plastic Bomb Nummer 91 angesehen, um es auf die von Basti angesprochene hohe Fehlerquote bezüglich der Orthografie zu untersuchen. Im Hintergrund lasse ich die Neurotic Arseholes … bis zum bitteren Ende laufen, um ein Gleichgewicht zwischen Plastic Bomb und Duden herzustellen.

m-1Schließlich geht es in dem Text um die Tücken, diesen Klassiker legal neu aufzulegen und die dazu gehörige Hartnäckigkeit.

Ich habe dazu den Text abfotografiert, spaltenweise korrigiert, die Fehler rot markiert, mit grün Anmerkungen gemacht und alles schließlich nummeriert. Dabei habe ich gleiche Gruppen zu Fehlerkategorien zusammengefasst.

1. If the Sätze are united they will never be divided

Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesem Zeichensetzungsfehler, um einen Flüchtigkeitsfehler handelt. Ganz eindeutig bezieht sich die einleitenden Konjunktion weil auf den Hauptsatz im Satzgefüge, sodass beide Sätze eine klassische hypotaktische Satzstruktur (Hauptsatz -> Nebensatz) bilden und keine eigenständigen Hauptsätze sein sollen.

2. Wessen Problem ist das sein Zuhause

Der letzte Satz im ersten Abschnitt ist gleich in mehrfacher Weise erwähnenswert. Michaels Schreibweise von zuhause als Adverb klein und zusammengeschrieben ist richtig. Allerdings wird vom Duden die Schreibweise zu Hause Frage mich einer, warum das so ist? Ich habe keine Ahnung.

Ein Grammatikschnitzer hat sich beim unbestimmten Artikel ein eingeschlichen. Selbstverständlich muss hier der Genitiv gebildet werden. Machen wir die Probe: Wessen sollen sich die Platten zu Hause unterziehen? Einer Nagelprobe.

3. Infinitivgruppen sollen zur Hölle fahren

Auch im letzten Satz des ersten Absatzes finden wir eine Infinitivgruppe: „[…] wenn sie endlich die Chance hätten diese Platten zuhause eine [sic] Nadelprobe zu unterziehen.“ Rein gefühlsmäßig, würde ich ein Komma vor diese setzen, denn damit bin ich auf der sicheren Seite, weil es nach Duden (Regel K116) eine der beliebten Kann-Regeln ist: „Infinitivgruppen kann man durch Komma[s] abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen […]“[1]

Fehlt aber deswegen ein Komma? Der Duden sagt in Regel K117, dass ein Komma gesetzt werden muss, wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt oder mit einem hinweisenden Wort wieder aufgenommen wird.[2] Natürlich hängt die Gruppe an der Chance, das Wort diese ist aber in diesem Fall kein Pronomen sondern ein Artikel. Hm, da kriege ich so langsam Kopfschmerzen. Und da in der Regel auch steht, dass bei einer Verschränkung oder Eischluss von Infinitivgruppe mit dem übergeordneten Satz auch kein Komma gesetzt wird, entschließe ich mich, zu Gunsten des Delinquenten zu entscheiden und setze selbst das Komma nach Regel K116.

Continue reading

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen
error