Plastic Bomb vs. Ox: Review #138

The missing review im Heft 104

Schon wieder so ein Irrtum: Ich dachte, diesmal ist die neue Sängerin von Against Me auf dem Cover, aber wieder knapp vorbei. Aufmacher sind dieses Mal Mad Ball, was natürlich lustige Erinnerungen an ihre Auftritte in den 90er-Jahren in der Zeche Carl weckt, als die New Yorker-Stereoid-Junkies mich verhauen wollten, weil ich sie ausgelacht hatte. Tja, die Zeiten ändern sich und Kinder werden erwachsen. Und durch die begleitenden Interviews mit Roger Miret und Ute Füsgen gelingt auch eine schöne Einordnung in die Geschichte. Diese Art der Schwerpunktsetzung gefällt mir auf jeden Fall sehr gut.  

Sofort springt mir auch ins Auge, dass diesmal eine junge Leserin vorgestellt wird, der ich spontan unterstellt hätte, sie hat das Ramones-Shirt von H&M. Deutet sich hier zaghaft ein Generationenwechseln an?

Sorgen macht mir durch seine Abwesenheit allerdings Tom van Laak: Junge, bist du in Ordnung?

Ganz klasse ist der Tourbericht vom Beat-Man, der es versteht, dass angezählte Genre des Tourberichts an sich durch geschickte Schwerpunktsetzung äußerst unterhaltsam zu schreiben. Von King Khan erfahren ich, wie wichtig das Kiffen für Kinder ist. Habe ich da was Wesentliches in der Erziehung meiner Kinder vergessen? Meine Tochter ist 13: Das könnte ich gerade noch rechtzeitig ins Reine bringen. Jens Rachut gibt ein paar Einblicke in sein Künstlerleben, ohne dabei in zynische Floskeln zu versinken. Interessant, genau wie die prägnante Analyse des US-amerikanischen Ist-Zustand durch Jello Biafra. Wenn ich auch zugebe, dass ich den dazugehörigen Redeschwall auf keinen Fall selbst abhören wollte. Ganz anders als das hochinteressante Interview mit Penelope Spheeris, bekannt durch ihren Klassiker „Suburbia“. Bei FAT MIKE hört es mittlerweile bei mir auf. Hat er sich früher so schön rar gemacht, geht mir seine jetzige Dauerpräsenz ziemlich auf den Sack, obwohl es keine Band gibt, von der ich mehr Platten im Schrank habe als von NoFX. Dann doch lieber einen Halbseiter von den Inserts oder auch mal wieder was von Vulture Culture hören. Platz genug ist auf jeden Fall. Und da ja auch Ferien waren, habe ich seit Jahren zum ersten Mal wieder was von Klaus N. Fricks Fortsetzungsroman gelesen. Richtig unterhaltsam: Ich glaube ich werde da mal am Ball bleiben.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Plastic Bomb vs. Ox: Review #137

The missing review im Heft 103/104

Mir persönlich ist es zwar nicht schnuppe, dass einzelne Aktionen respektive Schreiber vom Ox scheiße sind, aber ich bin doch auch Freund einer differenzierten Betrachtung des größten deutschen Musik-Fanzines. Außerdem habe ich es schon immer gehasst, wenn es andersherum hieß, dass Plastic Bomb hätte ja dies oder jenes gemacht, obwohl es sich dabei um eine genau zuzuordnende Handlung eines Menschen handelte, der dies im Rahmen des Plastic Bombs gemacht hat. Darum widme ich mich fortan dem genreübergreifenden Giganten mit CD-Beilage aus Solingen: Wie es in der Natur der Sache liegt, ist nicht alles mein Cup of tea: Bands ohne Vokale im Namen wie KMPFSPRT ignoriere ich grundsätzlich, das Geseiere von FRANK TURNER bestätigt meine Ablehnung seiner Musik seitdem unsäglichen Rock’n’Roll-saved my live-Schunkelhit und über die Nerven reicht mir die Promo im Fülletong der TAZ, um nur ein paar zu nennen. Dass ich die Band auf dem Cover zunächst für die Scorpions hielt, mag eine freudsche Fehlleistung sein, liegt aber daran, dass mir THE DAMNED immer ordentlich am Arsch vorbeigingen. Das ist übrigens auch beim neuen Album so, dass bis auf zwei Kurzzeit-Hits zu Beginn des Albums kaum Haltbares zu bieten hat. Trotzdem sind die beiden Interviews, insbesondere das mit Captain Sensible wirklich gelungen und unterhaltsam. Ebenso verschlinge ich das HOT SNAKES-Interview, deren ‚Jericho sirens‘ auch ein druckvoller Knaller ist. Außerdem drängt sich mir da der Verdacht auf, es könnte bald einen Wipers-Hype geben. Leute, sagt nicht, ich hätte es nicht prophezeit. Das Interview mit OHL weckt den Eindruck, dass man durchaus in das neue Album reinhören könnte; habe ich dann auch getan, was ein Fehler war: eine unendlich langweilige und stereotype ‚unsere abendländische Kultur ist in Gefahr‘-Scheibe. Würden Freiwild ein solches Album machen, gerieten sie in den Verdacht rechts zu sein. Dass man stumpf und einfach sein kann, ohne ein Idiot zu sein, beweist Ross von den COSMIC PSYCHOS. Schön, dass die noch was machen! NO FUN AT ALL habe ich früher immer geliebt und ich kann mit dem Interview ein paar Lücken schließen. Mit den TOXIC REASONS und der Italian Hardcore-Geschichte gibt es auch noch typischen Plastic Bomb-Content, der natürlich auch von Ehemaligen bereitgestellt wird. Was mir persönlich am Musikteil bestens gefällt, ist das unglaubliche Wissen, dass Joachim einbringt. Er ist extrem breit aufgestellt und immer gut vorbereitet, sodass seine Interviews zwangsläufig immer die lesenswertesten sind. Tom van Laak gehört mit seiner schonungslosen Lebensbeichte ebenfalls zu den Gewinnern, wenn der Grad meiner Sorge um ihn auch nicht gerade sinkt, wenn er darüber sinniert, ob er nun auf den Teppich gepisst hat oder seine Freundin Marion beim nächtlichen Blumengießen Wasser verschüttet hat. Die Reviewproblematik löst man beim Ox ja bekanntlich, indem beinahe alles gut besprochen wird. Da sticht es darum aber ins Auge, wenn Markus Franz die Acht Eimer Hühnerherzen nur mit sechs Punkten bewertet; genau jener Markus Franz, der OHL mit acht Punkten bewertet. Aber solche Ambiguitätstoleranz muss man mitbringen, wenn man das Ox ganz gerne liest. Ich habe, wie gesagt, damit keine Probleme. Mein Ego ist nur etwas angeknabbert, da der Hardcore-Opa John Joseph von den CRO-MAGS meine Leistungen im Triathlon marginalisiert.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Die Beste Radioshow mit Christian Fischer (Don’t Panic und Sunny Bastards)

Christian war nach Jahren mal wieder unser Gast. Der unterbeschäftigte junge Mann aus Essen betreibt zusammen mit seiner besseren Hälfte Sunny das ‘Don’t Panic’ in Essen und natürlich immer noch eines von Deutschlands aktivsten Underground-Labels. Das ‘Don’t Panic’, so wird es kolportiert, macht die hässliche Nachbarstadt mittlerweile zum Mekka für Menschen mit subkulterellen kulturellen Präferenzen… hier plaudert der Chef aus dem Nähkästchen.

Musik gibt es auch: Hard Skin, Hotknives, Noi!se, Crown Court, Sleaford Mods und einigen mehr.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Galgenvögel lesen tiefer und singen besser (Die Beste Radioshow mit Zepp Oberpichler)

Wir haben wirklich schon das eine oder andere Abenteuer miteinander erlebt: früher, als das Leben noch aus Musik, Ideen und Freundschaft bestand.
So Anfang Januar, als Vasco und ich den Zepp Oberpichler zu Gast hatten: Vordergründig ging es um sein neues Buch ‘Galgenvögel liegen tiefer’ und die Scheibe ‘Well, well, well’. Letztere Ruhrpottcountry-Kapelle hat ja durchaus seine Qualitäten sowie Fischs von den Lokalmatadoren.

Zepps literarische Ergüsse können sich mittlerweile auch lesen lassen (mehr dazu im nächsten Plastic Bomb!!!), so dass die Sendung sicher auch einen niedrigeren Promowert hat.

Für mich war die Sendung allerdings eine (wie zu Beginn angedeutet) Reise durch Raum und Zeit. Es hätte auch gut und gerne sein können, dass Vasco, Zepp und ich zusammen das Klima in der Wüste Nevada zerstören. Auf einmal ist alles wieder da: Dauergesabbel, Rummaulerei, Pupsi Licht, der Geruch von schäbiger Tankstellentrockenwurst und wenn einer schlafen will, sorgt ein anderer garantiert dafür, dass das nicht geschieht. Kurz, all das bedeuten mir diese hier hörbaren Momente. Für unsere lieben Zuhörer bleibt ein wenig Spaß und vielleicht werden ein paar alte Stränge in euren neuronalen Netzen ebenfalls wieder aktiviert.


 

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Die Beste Radioshow am 16.11.2016 mit Leisure Tank

20161108_181219Schön war es. Eigentlich sollte es ja Hubba sein, der als Vorsitzender von DIE PARTEI in Duisburg einen Beitrag gegen die Politikverdrossenheit leisten sollte. Der fragte mich dann aber, ob ich nicht viel lieber LEISURE TANK in die Sendung holen wolle. Die spielten nämlich am Produktionstag im Djäzz und wären auch ziemlich nett. Dass ich sie nicht kannte, spielte keine Rolle, so Hubba, da KC McKanzie schließlich die ganze Welt kennen würde und wenn dem nicht so wäre, dann würde sich das ja sofort nach Auftritt im Djäzz und in der Besten Radioshow sofort ändern. Das wäre ja klar.

Also kurz Vasco durch Nichtinformation auf dem AB informiert und solange Videos auf Youtube geguckt. Nicht schlecht, Frau Specht.

In der Sendung verging es dann wie im Rausch. Kaum waren sie da und hatten unsere durchgegenderten Toiletten besucht, wurde es kurzweilig, wie ihr es hier hören könnt.

 

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Andre Sinner (A-Si) vom Rattenpack und Weird Sounds zu Gast in der Besten Radioshow

Manche Menschen leben in einer Art Paralleluniversum. Seit Jahren treibt A Si sein Unwesen in dieser schönen Stadt, bringt CDs raus, die in unserer Sendung gespielt werden und deren Protagonisten schon Gäste in unserer Sendung waren (Incoming Leergut z. B.), er selbst aber taucht in dieser Sendung nicht auf.

Diese Leerstelle wird ab sofort gefüllt sein; und zwar gefühlt gut. In jeder Beziehung ein eloquenter Gast, der es weiß im, wie immer, gut vorbereiteten Setting bei der Radiowelle Sturmflut zu bestehen.

trackklist2016-0921

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Duischord: Salon Alter Hammer, Onkel Stereo, Telemark, Storno = Max Nuscheler

Parallel zum sportlichen Abstieg und städtebaulichen Verfall von Duisburg prosperiert derzeit der Kulturbetrieb fernab öffentlicher Subventionsgräber. Mit Max hatten Vasco und ich neulich einen der mitverantwortlichen Akteure in der Besten Radioshow. Anlass dafür waren drei Neuveröffentlichungen auf seinem Label, von denen er bei zweien selbst als Sänger aktiv ist, die ich allesamt für das Plastic Bomb besprechen durfte.

Da das zusammen ja eine ganze Menge ist, habe ich es hier im Blog zusammengefasst, weil ja jede Aufmerksamkeit eine gute ist. Er selbst ist zwar ein Dampfplauderer vorm Herrn und kann sogar so schnell denken, wie sprechen, aber ich habe den Eindruck, dass er angesichts seines enormen Outputs viel zu wenig gewürdigt wird.

Mit Lebensgefährtin Sabine zusammen betreibt er das Label Salon Alter Hammer, das erlesene Bücher (u. A. von Tom Tonk)  und hochwertige Tonträger der eigenen Bands Telemark und Storno sowie befreundeter  Musikanten (jüngstes Kind: YASS, bekanntestes: Sleaford Mods) unters Volk  streut.  Zusammen führen sie auch das  Onkel Stereo Geschäft in der Duisburger Innenstadt, wo  der geneigte Käufer das vermutlich ehrlichste Duisburg Merchandise kaufen kann. Daneben organisiert der Lokalpatriot auch das eine oder andere Konzert im Djäzz und ist Aufrechterhalter der Städtefreundschaft mit der anderen schönen Stadt in Deutschland  (Freiburg).

Darüber sprachen wir am 3.8.2016 in der Besten Radiosendung, bzw. versuchten zu sprechen, denn so seriös seine Anliegen auch sind, er ist durchaus auch ein Freund der sinnbefreiten Kommunikation und damit der perfekte Gast für die Sendung.

Und hier sind noch die drei Kritiken der musikalischen Vernunft aus dem kommendem Plastic Bomb nebst Bandcamp-Links:

Storno – wellness LP + CD

Ich weiß gar nicht, ob die hier aus Kübeln ausgeschüttete Misanthropie mit Augenzwinkern vorgetragen ist. Aus ästhetischer Perspektive liegen die hier beschriebenen Stücke Menschheit schon in die Schubladen „Warum ist das?“ und „Warum muss ich das alles erleben sollen?“. Neben dem Ärgen über die Arschlöcher kommt die Absurdität des menschlichen Lebens und die Rolle des eigenen Ichs darin nicht zu kurz. Die elliptischen Texte sind direkt und Ausrufe und Fragezeichen die Satzzeichen der Wahl. Das Coverartwork – ziemlich lustig – zeichnet ein Bild vom vergangenem Idyll der 60er und 70er: Familie, Urlaub und Kindheit dagegen. Man ahnt nicht, dass das mal so schlimm endet.

Und die Musik? Keine Sorge, die Jungs hier sind Experten: Die Rhythmusfraktion leistet ganze Arbeit. Bass und Schlagzeug treiben den Sound pulsierend nach vorne. Oft denke ich an Trend, öfter an Fugazi um die Jahrtausendwende und gar nicht so selten an The Doors. Hört sich komisch an? Vielleicht, aber die Hitdichte überzeugt dennoch. Meine persönlichen Favoriten sind „Winter“, „Beisitzer“, „Huch“ und „Reden ist silber“.   

Telemark – input/out LP+CD

Mit dem neuen Album sind Telemark schon verdammt nah dran an der Idee des perfekten Langspielers. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, aber waren Telemark schon immer so groovy? Haben sie schon immer so eine Wucht gehabt? Und überhaupt, waren sie schon immer so abwechslungsreich?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, will es gar nicht wissen, denn sonst wäre mir wirklich etwas entgangen. Telemark sind mal wavig kühl, dann wieder kurz noisig, tönend und laut. Und erst dieser immer wieder manisch treibende Beat, der die Songs nach Belieben treibt, döppt, bremst und wieder nach vorne peitscht. Das könnte genauso gut ein Joint Venture von Goldenen Zitronen und Trend sein. Textlich bieten Telemark auch so einiges an identifikationsstiftenden Chimären an, die zur näheren Betrachtung einladen, denn einerseits wirken sie manchmal kryptisch (Der Wortort), sind oft aber sehr konkret (z. B. Menschomat oder Schokolade). Dabei setzen sie sich geschickt in den Hiatus zwischen Zeitgeist- und Gesellschaftskritik einerseits und dem sehr subjektiven Empfinden. Und wem es dann zu viel wird, dem „wird schon“ am Ende geholfen. Hört sich jetzt verwirrt an? Ist es auch, denn diese Scheibe macht bemerkenswerte Brause im Kopf. Schön, dass sie zudem solche Hitqualitäten hat (mit den Duisburger gute Laune-Hits: Jammer Jammer Hey!, Kaputte Köpfe, Menschomat, Nicht wollen wollen u. A.). 

YASS – Things that might have been LP

Ja, bin ich denn jetzt der Haus- und Hofberichterstatter vom Salon Alter Hammer? Aber was will ich mich beschweren? Drittes Release, wieder dieselben Leute, die auch schon bei Telemark, Storno, Ten Volt Shock und Kurt mitspielen. Und wieder was Anderes, was Geiles. Diesmal wird auf einen Sequenzerteppich eingedroschen. Das erinnert herrlich an europäischen 80er-Sytnthie-Wave-Sound vom Schlage Front 242. Dazu natürlich das noisige Stonerrock-Gemisch, das auch schon KURT unnachahmlich hinzauberten. Das passt wieder erstaunlich gut. Wie darf man das Genre nennen? Industrial-Noise-Core fände ich passend. Kommt garantiert auch gut bei voller Lautstärke im tiefergelegten Dacia vom Michael Will.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Bitte, bitte: Fußballwunder!!!

Morgen spielt mein Verein um seine Existenz. Nach einer restlos verkorksten Zweitligasaison besteht nun die Möglichkeit, sich noch einmal mittels eines Kraftakts auf dem Relegationsplatz zu halten, um gegen Würzburg dasselbe noch zwei Mal zu wiederholen. Damit wäre die Saison gerettet und ein Fußballwunder geschafft, das niemand, ich am allerwenigsten, dem MSV Duisburg noch zugetraut hätte.

20150503_140219-1Ein anderes Szenario ist aber ebenfalls nicht unwahrscheinlich. Und das ist noch um einiges symbolträchtiger: Die Fußballabteilung des Getränkeherstellers Red Bull ist nicht charakterschwach und/oder die Zebras scheuen im falschen Moment richtig. Der Traditionsverein steigt in die endgültige Bedeutungslosigkeit ab, um sich später zu den beiden Rot-Weißen oder wie sie alle heißen für eine letzte Saison in die Palliativabteilung Regionalliga West zu begeben, während RB Leipzig sich auf Dauer in die bunte Plastikwelt der 1. Bundesliga einkauft.

Gerne würde ich ja noch ein Jahr in der zweiten Liga sehen, die sich aus meiner Sicht als die deutlich attraktivere Alternative der beiden Bundesligen erweisen würde: 1. FC Kaiserslautern, St. Pauli, F95, 1860 München, Arminia Bielefeld, VfL Bochum, KSC, Union, Hannover 96 und zwei aus FCN, VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt. Ja, ich schreib es ungern, natürlich auch so ein Asiverein wie Dynamo Dresden ist attraktiver als Ingolstadt, Hoffenheim, Leipzig und Wolfsburg zusammen, wenn auch nur, um sie als stereotypes Feindbild für den braunen Osten zu haben.

20160514_122433.jpgEin weiteres Jahr, attraktive Gegner und eine einigermaßen volle Gästekurve wären mir ganz recht. Besser wäre nur noch das dritte Szenario: F95 ist so besoffen vor Glück, dass sie mit drei Toren verlieren und RB wäre die charakterlose Legionärstruppe, die sie angeblich sind. Dann wäre meine heile Fußballwelt kurzfristig wieder endgültig im Lot.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

Eisenpimmel- Viva la nix (alle 6 Seiten)

So, der Review für das neue Plastic Bomb ist jetzt fertig geworden. Und er ist so unfertig, wie nur jede Kritik am neuen Eisenpimmel-Album sein kann, denn hier handelt es sich um schlichtweg um Musikgeschichte. Daran werden sich noch viele die Zähne ausbeißen, weil hier steckt soviel Grips, Liebe und Genie drin, wie ich es noch bei kein Album Eisenpimmel-Viva la nixzuvor schreiben konnte. Und ich bin heilfroh, dass es auch ohne den – zweifelsohne vorhandenem – künstlerischen Überbau funktioniert. Ich hatte nämlich ordentlich Angst, Siggi und Bärbel könnten sich hier ordentlich verheben tun und so ein “gewollt, aber nicht gekonnt”-Album produzieren, dem man das Bemühen anerkennt, aber dem die Hits fehlen. Dem ist nicht so, denn hier wären mindestens ein dreckiges Dutzend Singleauskopplungen für die nächsten Jahre drin:

Ass im Ärmel bietet Punkrock mit Botschaft: ‘Würde ist ein Konjunktiv und das Letzte, was wir verlieren’.

Continue reading

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

EISENPIMMEL – Viva la nix Seite 1

image

Die Spannung wächst, die neue Eisenpimmel-3er LP Box / Do CD liegt vor.

16:36 Overtüre / Theme from Nix

Eisenpimmel machen ernst: Trommelwirbel und das Girokonto spricht den Prolog. Nein, das ist nicht lustig, das kann kein lustiges Album werden. Es geht um Geld und Verteilung. Der Albumtitel “Der Untergang des monetären Wirtschaftssystems (aus Sicht eines Girokontos)” ist nicht als Scherz gemeint.

16:46 Auf der nach Problemen

Ich bin perplex: Ein richtig wütender Opener gegen Deregulierung. ‘Kontra Entwicklung  – pro Stagnation’: Eine Hymne gegen die Zukunft. Brilliant.

16:50 Steig in den Stoff

Eisenpimmeltypisches Gespräch vorm Kiosk. Das arme Land als traurige Pfandflaschensammlerin gegen Kapital und Großinvestor.

16:53 Hier kommt Ärger

Das arme Land rebelliert und begehrt auf.

16:55 Wat geht mit ficken?

Der notorische Defizitsünder will nicht viel. Wer findet das nicht sympathisch.

17:00 Drei Stunden große Schnauze

Große Fresse hat der notorische Defizitsünder. Man klar, er will nicht viel, aber in Zukunft gibt es da ganz leicht noch weniger.

So, die erste von sechs Seiten ist gehört. Und es ist ganz klar: Sie haben ihr vorhaben durchgezogen, eine komplette Neuausrichtung der Band damit zu wagen. Es ist ein Konzeptalbum, eine Rockoper, Punk-Musical oder was auch immer mit ganz klarer Ansage. Hier versteckt sich in jeder Äußerung Systemkritik, ohne das Eisenpimmel grundssätzlich von ihrem Stil abweichen würden. Die Sprache bleibt, die Mucke ist bombastischer… Es gibt einen deutlichen Subtext und globale Probleme der Finanzwirtschaft werden auf den kleinen Horizont der Duisburger Trinkerszene projeziert. Das ist ein ganz schwerer Spagat, den sie bis jetzt souverän hinkriegen.

Ich werde mir für den Rest deutlich mehr Zeit nehmen. Das kann man unmöglich mal eben kurz machen. Für die neue Eisenpimmel brauche ich jetzt Zeit, genau wie das bei einem FM-Einheit-Hörspiel oder einer neuen Goldene Zitronen wäre.

 

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen