Bürgermedienpreis der LfM 2015: The winner is…

Gestern war ein sehr schöner Abend für mich, denn mit ehemaligen Schülerinnen meiner alten Wirkungsstätte, der Gesamtschule Kaiserplatz, besuchte ich die Preisverleihung zum Bürgermedienpreis 2015 im Sea Life in Oberhausen. In der Kategorie ‘Lokal’ wurde der Radiobeitrag zum Thema ‘Trinkerszene am Theaterplatz in Krefeld’ in der Altersgruppe 2 für die Auswahl zum besten Radiobeitrag nominiert und gewann ihn auch. (Hier die Links zur LfM)

wpid-20151124_175704.jpgGanz ehrlich, sowas sind schon die Sternstunden als Lehrer. Judith, Anna, Carolin, Alina und Annika hatten die Freiheit im Deutschunterricht genutzt und ein ganz großes Stück Radioarbeit gemacht. Sie recherchierten dafür am Theaterplatz in Krefeld, der für die dortige Trinkerszene mehr als stadtweit bekannt ist. Dafür hatte sie Anwohner, und Lokalpolitiker (u. A. den jetzigen Oberbürgermeister Frank Meyer) interviewt sowie direkten Kontakt mit denen, über die man sonst nur redet (lieben Dank an Karin).

Dabei sind sie vorurteilsfrei an die Sache herangegangen und haben eine Stunde Radio gemacht, in der das ganze Spektrum der Problematik beleuchtet wurde. Und wenn etwas dabei herauskam, dann der Imperativ, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen müssen, um eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird. Daran wird sich die Lokalpolitik in Krefeld wohl messen lassen müssen.

Da ich nicht mehr an der Gesamtschule Kaiserplatz tätig bin, werde ich das wohl nur noch aus dritter Hand erfahren. Und für mich selbst kann ich nur hoffen, dass es mir mit dem Team der neuen Gesamtschule, die ich derzeit mit aufbaue, gelingt, Schülern für ähnliche Leistungen Raum zu geben. Damit hängen die Lorbeeren ganz schön hoch. Und in Geduld muss ich mich auch üben, bis meine Fünfer so weit sind.

Solange tröste ich mich erst einmal damit, dass für das nächste Jahr ein weiterer Beitrag vom Kaiserplatz ins Rennen geschickt wird. Thema ist Inklusion an Regelschulen. Und auch da wird sehr deutlich, dass sich Politik an der Realität messen lassen muss und nicht gut abschneidet.

Und eines ist noch ganz klar: ich sollte dringend mit meinen jungen Schülern Radio machen, auch wenn das zuweilen zermürbend und anstrengend ist. Schaun wir mal, ob das in Neukirchen-Vluyn genauso gut klappt, wie mit Studio TV in Tönisvorst, denn die haben ganz ohne Förderung der LfM auch einen ganz tollen Job gemacht (Danke, Michael Franken!).

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Die Beste Radioshow am 4.11.2015

Die halten noch!

Der Monat fängt ja gut an: Vasco kränkelt und die Studiogäste können nicht. Also mache ich das, was ich am wenigsten mag: Alleine mit Tom von der Radiowelle Sturmflut in das Mikro quatschen. Das klappt aber überraschend gut. Offenbar hatte ich Redebedarf. Musikalische Gäste sind: Zucker aus Konvention, Harda Tider, Lardo, Mimmi’s, Mülltüte, Wizo, MDC, Bad Religion und viele mehr. Die Sendung läuft um 20.05 bei www.radioduisburg.de und www.punkrockers-radio.de.

Dafür findet in zwei Wochen am 18.11.2015 das Treffen der Generationen vom Plastic Bomb-Fanzine bei der Besten Radioshow um 20.05 Uhr statt. Ich (alt) habe Ronja (neu) zu Gast.

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Wahrheitstafel-Trainer von Jan Schreiber

Es gibt viele Menschen, denen ich einiges zu verdanken habe. Jan spielt da eine besondere Rolle. Er hat mir während meines Studiums unendlich viel geholfen und mich unterstützt. Ohne ihn hätte ich weder Verständnis für die Lehre an einer Universität entwickeln können, noch wesentliche Bausteine im Philosophie-Studium im Ansatz begreifen können und hätte heute noch keine Idee, wie ich Rechtsschreibung einigermaßen systematisch angehen könnte.

Und so ganz nebenher ist er noch ein toller Freund geworden, den ich im Zuge meiner weiteren Ausbildung etwas aus den Augen verlor. Um so schöner, dass er mich bat, seinen Wahrheitstafel-Trainer auf dieser Seite zu veröffentlichen. Das mache ich natürlich gerne. Schließlich bekommt so die Seite endlich ihre logische Legitimation und ich nehme den Ball gerne auf, um mal wieder intensiver mit Jan zu plauschen …

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#dieBeste Platte: #AdamAngst – s/t LP

wpid-2015-06-19-20.08.00.jpg.jpegVerdammt gelungenes Wortspiel beim Bandnamen. Adam, zugleich biblischer Urvater des Menschengeschlechts und erster Sünder, und den archaischen Zustand der Angst in einem Atemzug. Dazu das Logo, auf dem die Angst gespiegelt auf dem Kopf steht, so dass das ‘t’ wie ein umgedrehtes Kreuz das Bindeglied zwischen biblischen Motiv und negativem Empfinden steht. Das lässt reichlich Raum für Interpretationen und Erwartungen.

Und diese Erwartungen werden erfüllt. Hier werden kleine Geschichten erzählt. Das subjektiv empfundene Unbehagen zwischen gelebten und gewolltem Leben wird thematisiert, im Kleinem wie im Großen. Sehr sympathisch, denn Adam Angst können mit Sprache umgehen, sind präzise Beobachter und dabei treffend böse.

In diesem Zusammenhang sind die seichten Töne des musikalischen Gewands durchaus angebracht. Musikalisch spielen sie mit dem Business-Punkrock der Marke Donots. Dieser seichte Teppich unterstützt die stetig präsente Ambivalenz, die als Konzept so wunderbar funktioniert. Auf der einen Seite Mainstreamtauglichkeit sowie direkte Ansprache der ausgebrannten Generation Praktikum und dann höre ich in den Zwischentönen immer wieder einen ätzenden Unterton angesichts der enttäuschten Erwartungen ans Leben, die von Adam Angst gespiegelt werden.

GHVC

 

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Das neue Plastic Bomb (Nummer 91) – Review Teil 2

wpid-2015-05-30-09.48.52.jpg.jpegUnd die Lektüre des Heftes dauert dank kleiner Schrift gegen den ox’schen Zeitgeist etwas länger.

Offenbar ist mit Andi ein Fan erster Stunde mit der großen Anti-Flag-Aufmacher-Story betraut. Das ist insofern interessant, dass er sein Fansein nicht hinterm Berg hält, sondern es seinen Blick auf den Promozirkus sicher erdet. Ich gehe davon aus, dass es sonst schwer gewesen wäre, das Ganze überhaupt zu ertragen. Für mich als Leser erschließt sich aber – mit der Distanz nicht mehr selber Promokampagnenmedium sein zu müssen – die Notwendigkeit auch oder gerade als politische Band so zu missionieren. Continue reading

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Das neue Plastic Bomb (Nummer 91) – Review Teil 1

Gerade in letzter Zeit beschäftigt mich das Plastic Bomb innerlich wieder mehr. Das zeigt sich daran, dass ich mich in Gesprächen und Briefen wieder öfter zu meiner Punkvergangenheit äußere. Justament Sprach ich mit meiner Frau auf der Kurzerholungsrückreise aus dem Sauerland darüber, da liegt das Plastic Bomb Nummer 91 pünktlich wie immer im Briefkasten.

Auf dem Cover blicken zwei Männer vor dem Brandenburger Tor ernst in die Kamera. Kurz muss ich überlegen, wer denn diese wohl wieder sein mögen? Zwei Rapper aus dem mittlerweile obligatorischen Hip Hop Genre scheiden aus, da sie offenbar in meinem Alter sind. Und als ich den Inhalt überfliege, meine ich mich daran zu erinnern, dass der sympathische Typ rechts mit modisch gegeltem Iro wohl von Anti-Flag ist. Klar, die gibt es immer noch. Und die hatten schon immer eine ultraglatt gebügelte Promomaschinerie im Rücken. Continue reading

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Die Beste Radioshow again

20150428_190726Vasco und ich waren wieder mal in Onkel Toms Hütte und haben eine phantastische Radiosendung aufgenommen. Läuft am 20.5.2015 auf www.radioduisburg.de und www.punkrockers-radio.de ab 20.05.

Wow, Schnappszahljubiläum!

Ich kann euch gar nicht sagen, was für ein großes Vergnügen die Aufnahmen mit Vasco und Tom jeden Monat sind.

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Im Kaufgang

Die halten noch!

Wenn mir etwas auf das sonnige Gemüt schlägt, dann ist das die Aussicht auf einen Aufenthalt in einem Kaufhaus. Es soll ja Menschen geben, denen solche Perspektiven auf Konsum das Herz höher schlagen lässt und der Akt des Einkaufs eine ganze Reihe Botenstoffe aktiviert, die sonst Sex, Koks oder Joggen zur Produktionsanregung brauchen.

Bei mir wird jedoch die Produktion von diesen diametral entgegen stehenden Stoffen geweckt, wenn meine bessere Hälfte mich mit einer Mischung aus Abscheu und Ekel betrachtet:  Ich müsse dringend neue Bekleidungsstücke am Körper tragen, da die alten nicht mal mehr in die Altkleidersammlung könnten.

Für gewöhnlich sitze ich Solcherlei jedoch aus und kann so das eine oder andere Jahr heraus holen, ohne einen Kaufgang anzutreten.

Auch gemeinsam, also für meine Frau, ziehe ich seit Jahren nicht mehr in die Einkaufsschlacht, da ich in solchen durch aktive Teilnahmslosigkeit und Freudlosigkeit eher wehrkraftzersetzend wirke. Mangels Vokabelreportoir beschränken sich meine Kommentare auf: “Hm hm, okay!”, “Hm hm, ich glaub, ganz gut!”, “Hm hm, nimm das doch!” und “Hm hm, nee, kannst du nehmen. Das passt wie angegossen. Brauchst keins mehr anzuprobieren!”.

Dies geschieht aber nicht mit Vorsatz, vielmehr kann die schlechtere Hälfte einfach kaum Unterschiede in Kleidungsdingen ausmachen und sie vor allen Dingen nicht formulieren. Wobei ich gestern gelernt habe, dass man dann auch sagen soll, dass durch dieses oder jenes Oberteil die Arme besonders gut zur Geltung kommen, wenn das Oberteil kurze Ärmel hat. Dabei darf man natürlich nicht erwähnen, dass es ja noch mindestens 50 andere Fummel mit kurzen Ärmeln zu Hause im Kleiderschrank gibt, die gleiches tun, und dass es bei der Kleiderwahl am Morgen in Zukunft noch schwerer fällt eine Wahl zu treffen. Wenn Fidel Castro sich einen Vollbart wachsen ließ, weil er die Zeit für die Rasur sonst nicht für die Revolution aufbringen konnte, weiß ich auf jeden Fall, warum viele Frauen keine Zeit für Mann, Kind und Karriere haben.

In meinem Teil meines Schrankes verweilen hingegen 95% meiner Kleidung, ohne bewegt zu werden. Und anders herum trage ich 95% der Zeit in meinem Leben die 5% Kleidung, die im natürlichen Prozess – vom Schrank auf den Körper, über den Stuhl, wieder angezogen, in die Waschmaschine und wieder zurück -, wechselt.

Der sukzessive Zerfall der 5% stößt bei meiner Frau auf so wenig Gegenliebe, dass sie sich gelegentlich dazu verpflichtet sieht, mir Kleidung von ihren Shoppingtouren mitzubringen. Ich weiß dann zu sagen, sie gefalle mir und hänge sie zu den 95% in meinem Teil des Schrankes. Zu Familienfeiern werden sie dann heraus geholt, damit ich mir nicht vorwerfen muss, sie hätte das alles umsonst getan. Schließlich, und da bin ich dann lieber ehrlich, könnte ich die 95% auch in die Altkleidersammlung geben. Wenn ich nicht alle vier bis fünf Jahre ein abgenutztes Kleidungsstück austauschen müsste, würden die 95% nie bewegt.

Das Problem ist nur, dass bei entsprechender Zirkulation der aktuelle Inhalt meines Teiles des Schranks bis zum Jahr 2074 reicht, also bis nach meinem 105. Geburtstag. Da diese Tendenz ja steigend ist, war ich mit dem letzten Paket Kleidung und dem Kassenbon in der Stadt, um es umzutauschen. Dabei versprach ich meiner Frau, mich nach neuer Kleidung umzuschauen.

Nun denn, der Umtausch bei Peek und Cloppenburg hat reibungslos geklappt: Das Geld war ratzfatz wieder auf dem Konto. Aber sind wir mal ehrlich: Wer kann, angesichts eines solchen Überangebots an Ware, eine Kaufentscheidung treffen. Ich auf jeden Fall nicht. Und bevor ich noch Kopfschmerzen bekam, verließ ich die Stadt nach fünf Minuten Aufenthalt und fühlte mich sauwohl, keine Tüte zu tragen. Ist ja irgendwo auch peinlich, mit  einer Tüte neuer Kleidung gesehen zu werden. Das wäre mir auch unangenehm gewesen.

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