Eisenpimmel- Viva la nix (alle 6 Seiten)

So, der Review für das neue Plastic Bomb ist jetzt fertig geworden. Und er ist so unfertig, wie nur jede Kritik am neuen Eisenpimmel-Album sein kann, denn hier handelt es sich um schlichtweg um Musikgeschichte. Daran werden sich noch viele die Zähne ausbeißen, weil hier steckt soviel Grips, Liebe und Genie drin, wie ich es noch bei kein Album Eisenpimmel-Viva la nixzuvor schreiben konnte. Und ich bin heilfroh, dass es auch ohne den – zweifelsohne vorhandenem – künstlerischen Überbau funktioniert. Ich hatte nämlich ordentlich Angst, Siggi und Bärbel könnten sich hier ordentlich verheben tun und so ein „gewollt, aber nicht gekonnt“-Album produzieren, dem man das Bemühen anerkennt, aber dem die Hits fehlen. Dem ist nicht so, denn hier wären mindestens ein dreckiges Dutzend Singleauskopplungen für die nächsten Jahre drin:

Ass im Ärmel bietet Punkrock mit Botschaft: ‚Würde ist ein Konjunktiv und das Letzte, was wir verlieren‘.

Schlaraffenmarsch: Bert Brecht wäre es eine Freude gewesen.

Im Wurstparadis: Keine Ahnung, wer Marek Vejvoda ist, aber was der da mit die Jungs zusammenzaubert, nennt man wohl Hip Hop oder Rap. Das ist normalerweise ein absolutes No Go. Aber offenbar kann das Poesie sein, und zwar welche von unten bei.

Kleiner Punker Käsebrot: Die D-Mark stimmt zum zeitlosen Kinderlied ein. Werden damit die Blagen bald in den Schlaf gesungen?

Wat geht mit ficken?: Ja, natürlich! Auch ich hab‘ unbefriedigte Bedürfnisse.

Auf der Suche nach Problemen: ‚Ihr baut scheiß neue Häuser, doch die alten sind noch gut!‘ bringt unsere Probleme auf einen ziemlich einfachen Nenner.

Uninteressante Minderheiten: Dicken sinkt, äh, singt die Lösung in diesem Falle.

Grundlos durstig? Wo kommen wir denn da hin?

Ab auf die Straße: Ne, klar. Wer ahte es nicht immer, dass es nicht Bärbel Rotzky sondern Bärbel O’Rotzky heißt. Folkpunk mit Hochgeschwindigkeitshitpotential aus Duisburch!

Ruhrpott Rhapsodie: Vergesst die Lieder über die strukturvergessenste Region Deutschlands. Hier ist ab sofort alles drauf und drin.

Schlimmer Finger: Auch neue Deutsche Befindlichkeit können sie. Udo, du kannst jetzt wirklich gehen.

Mein Leben ist scheiße: Finger weg du Schurke. Ja, manche Idee ist so gut, die kommt im neuen Gewand genauso gut wie die Alte singt.

Und so Hits braucht eine Band nun mal auch. Dazu die ewig tiefsinnig traurig-lustigen Einlagen wie  Präludium 0800  (Humpta-Humpta mit Gebläse) oder Intermezzo del Casa Bummi Bummi (Humpta Humpta mit Bärbel). Damit bleibt das neueste Schaffenswerk auch weiterhin für all die Leute, die das Album immer wieder hören und neue Entdeckungen machen wollen.

Gerne kannst du uns mögen und verfolgen

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