Die Beste Radioshow again

20150428_190726Vasco und ich waren wieder mal in Onkel Toms Hütte und haben eine phantastische Radiosendung aufgenommen. Läuft am 20.5.2015 auf www.radioduisburg.de und www.punkrockers-radio.de ab 20.05.

Wow, Schnappszahljubiläum!

Ich kann euch gar nicht sagen, was für ein großes Vergnügen die Aufnahmen mit Vasco und Tom jeden Monat sind.

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1GottIch verwende Gott synonym mit Allah, Jahwe und all den anderen Namen der monotheistischen Religionen.
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Auf der Suche nach Anschlussverwendung

Nachdem es lange Zeit so aussah, als ob ich an der Schule, an der ich mein Referendariat machte, bleiben dürfte, konnte dort keine Stelle für das neue Schuljahr ausgeschrieben werden.
Das ist insofern schade, als dass ich Schüler und Kollegium ziemlich ins Herz geschlossen hatte und inoffiziell schon Planungen begannen, mit wem ich denn welche Klasse im nächsten Schuljahr übernehmen würde. Im Laufe der Ausbildung konnte ich die Schule natürlich gut kennen lernen, so dass mir ziemlich deutlich vor Augen stand, welche Möglichkeiten ich hätte und welche Anforderungen ich dazu zu erfüllen hätte. Alles Gedanken, die nun verpuffen. Jemand anderes wird sich nun auf die Schnelle in eine neue Schule einfinden müssen, denn andere Lehrer sind dorthin versetzt worden.
Ich kann nicht sagen, ob diese Lehrer gut oder schlecht sind. Vermutlich ersteres, denn ich habe auf den drei Schulen vorher auch überwiegend fähige Kollegen erlebt. Trotzdem befremdet mich ein Gefühl von Austauschbarkeit in diesem System Schule. Ein System in dem der Einzelne vor Ort alles gibt, die Schulleitung aber oft in Personalentscheidungen von pragmatischen Zwängen geleitet wird. So bleibt es dabei, das ich verdammt gut in das System Schule, in dem ich tätig war, gepasst hätte und alle Beteiligten bestens bedient gewesen wären.

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Das Horstbuch und du

Nun sind endlich alle Teile des Horstbuches für das Thema Wahrhaftigkeit und Lüge (Fragenkreis 3) veröffentlicht. Von fertig möchte ich nicht sprechen, denn es handelt sich um Entwürfe, die zwar praxiserprobt und von den Schülern sehr positiv angenommen wurden, aber sicher nicht fehlerfrei oder optimierungsbedürftig sind. Gerne mag sich der geneigte Leser / Lehrer daran bedienen, um die Vorabeiten für die 5. Klasse zu nutzen oder sie für andere Zwecke auseinanderzunehmen.

Ich würde mich aber freuen, wenn ich etwas Feedback bekommen würde. Wenn ihr die Materialien im Unterricht einsetzt, möchte ich natürlich wissen, wie eure Schüler damit klar kommen. Vielleicht gibt es auch konkrete Verbesserungsvorschläge oder Ideen für andere Umsetzungen im Unterricht. Ich bin neugierig auf alles. Auch wenn die Resonanz nur in derartiger Form ist, dass ich die sicher vorhandenen Tippfehler benannt bekomme, damit ich diese für künftige Einsätze ausbügele.

Die komplette Übersicht:

Teil 1: Mimikry und Mimese

Teil 2:Der Verdacht: Wer war der Täter?

Teil 3: Das Horst-Dilemma

Teil 4: Nico, Horst und die Fee (Text:PinNico, MP3: Nico, Pinocchio und die Fee)

Der Blog-Eintrag und der dazugehörige UPP-Entwurf inklusive der langfristigen Reihenplanung finden sich hier.

Teil 5: Das Horstfinale

 

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Das Horst – Finale

Alles braucht ein Ende. Und dieses Finale gehört Horst, der den Handlungsbogen rundet und gleichzeitig viele Deutungsmöglichkeiten für moralische Wertungen lässt.

Ich selbst habe das Finale als Anlass genommen, die Themenreihe noch einmal zu reflektieren, die Themen ‚Lügenverbot‘, ‚Notlüge‘ und ‚Handlungsfolgen‘ noch mal anhand des Plots nachzuzeichnen, um eventuelle Handlungsalternativen für die Beteiligten zu eruieren.

Hier ist die Text – Version als PDF: Horst – Das Finale

Und hier die Audiodatei: Horst – Das Finale

Viel Spaß damit.

 

 

 

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Nico, Pinocchio und die Fee

Eine kurze Zusammenfassung vereinfacht mittlerweile den Zugang zum Geschehen:

Alle Beteiligten gehen in eine 5. Klasse einer weiterführenden Schule. Vor der Klasse kam es zu folgendem Vorfall: Horst schmiert seiner Schulkameradin Amba ein Kaugummi in die Haare, weil sie seine Zuneigung nicht teilt. Sie merkt dies erst später, sodass es nicht gelingt, das Kaugummi sauber aus ihren Haaren zu entfernen.

Die Klassenlehrerin Frau Hochgeschurz verdächtigt zwei Mitschüler, die am Tisch mit Amba und Horst sitzen. Horst gerät nicht in Verdacht, weil er ein nur positiv auffälliger Schüler mit überragenden Noten ist.

Nico ist einer der Verdächtigen und gilt als Klassenrüpel, dem man alles zutraut. Der andere Verdächtige ist Jannis, der gerne zu den „bösen Jungs“ gehören würde, aber von denen nicht akzeptiert wird, weil er als Klatschmaul gilt.

Beide Schüler verhalten sich im Gespräch mit Frau Hochgeschurz durchaus verdächtig und zeigen dies in beobachtbaren Reaktionen wie Vermeidung des Blickkontakts und Unsicherheit. Nico erscheint aber als wahrscheinlichster Tatverdächtiger und Lügner.

Für die Leser stellt sich heraus, dass Nico zwar lügt, aber nicht der Täter war. Er kennt den Täter Horst, ist aber von diesem bedroht worden, ihn nicht zu verraten. Da es Horst kurz zuvor gelungen ist, den anderen Klassenschreck mit dubiosen Methoden so zu verängstigen, dass dieser vor Angst der Schule fern bleibt, nimmt Nico diese Drohung ernst.

Nico möchte trotzdem nicht als Feigling und Petze gelten und verrennt sich in ein Lügengewirr, indem er einen noch völlig unbeteiligten Schüler aus der Nachbarklasse mit hinein zieht.

Zu Beginn des Kapitels zeigt sich Nico mitgenommen von dem Dilemma, dass er, wenn er nicht die Wahrheit sagt, wohl weiter Hauptverdächtiger bleibt. Im Fall der Wahrheit verliert er seinen „guten“ Ruf in der Klasse und möglicherweise glaubt ihm auch niemand, dass man Horst keine bösen Taten zutraut.

Teil 1: Mimikry und Mimese

Teil 2:Der Verdacht: Wer war der Täter?

Teil 3: Das Horst-Dilemma

Teil 4: Nico, Horst und die Fee (Text:PinNico, MP3: Nico, Pinocchio und die Fee)

Didaktisches auf der nächsten Seite.

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Das Horst Dilemma

Und die Abenteuer aus unserer Klassen gehen weiter. Nachdem wir darüber spekuliert haben, wie ob jetzt nun Jannis oder Nico, oder keiner von beiden, der armen Amba Kaugummi in die Haare schmierten, gibt es nun die Auflösung des Rätsels.

Allerdings verbunden mit einem weiteren Dilemma. In dem findet sich nun Nico wieder.

Für die SuS geht es darum, nachzuvollziehen, woraus Nicos Dilemma besteht und mögliche Handlungsoptionen für ihn durchzuspielen. Wichtig ist es natürlich auch, noch einmal zu klären, dass man unmöglich körperliche Veränderungen von einem Menschen eindeutig mit Lügen in Verbindung bringen kann. Sie sind einzig und alleine ein Symptom für Nervösität.

Teil 1: Mimikry und Mimese

Teil 2:Der Verdacht: Wer war der Täter?

Teil 3: Das Horst-Dilemma als pdf: dasHorstdilemma

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Hallo und Tschüss

Im Zuge meiner Arbeit an meiner unterrichtspraktischen Prüfung habe ich mich ausgiebig mit Goethe beschäftigt und mich zu folgenden Versen hinreißen lassen.

Hallo und Tschüss

Mein Herz pochte und ich ritt schnell

Ich hatte nicht lang überlegt

Es war schon Abend

Und hinter den Bergen war es dunkel.

Im Nebel sah die Eiche ganz unheimlich

wie ein Riese aus.

Ich hatte paranoide Wahnvorstellungen,

Und sah schon Gespenster.

Den Mond konnte man zwischen den Wolken kaum erkennen.

Obwohl nur schwacher Wind wehte,

Wurde ich ängstlich.

Nachts ist es ja auch unheimlich.

Aber ich war hellwach und mutig:

Ich war ganz aufgeregt

Und mein Herz pochte.

Ich sah dich, und du freutest dich

und ich auch, als du mich anblicktest;

Sofort war ich verliebt in dich

Und wollte es auch beweisen.

Du sahst ziemlich gut aus

und hattest ein schönes Gesicht.

Das war ein tolles Erlebnis,

von dem ich nicht gedacht hätte, es passiert.

Aber gegen Morgen war es schon vorbei

und ich wurde wieder traurig:

Deine Küsse waren super.

Du gucktest traurig aus der Wäsche.

Als ich ging, gucktest du auf den Boden,

Während du mir heulend hinterher gucktest:

Und ich finde lieben auch super.

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Pinocchios Abenteuer (Hördatei)

Es gibt Geschichten, die kann man auch wenn sie von 1883 sind, problemlos im PP-Unterricht der 5. Klasse einsetzen: Pinocchios Abenteuer von Carlo Collodoli ist so eine idealtypische Besetzung für den Fragenkreis 3 und den Themenbereich Wahrhaftigkeit und Lüge: Pinocchio lügt zunächst aus der Not heraus und verstrickt sich dann in ein Lügengestrick. Kant hätte seine Freude daran gehabt, denn die Geschichte liefert auch denen eine Begründung, denen die Selbstverpflichtung des Menschen zur Wahrheit etwas suspekt erscheint.

Im Unterricht werden die Schüler das vermutlich aber differenzierter sehen. Ich selbst, setze es ein, um von äußerlich sichtbaren Merkmalen des Lügens (Siehe Horstbuch) die Brücke zur langen Nase von Pinnochio zu bauen und erstmals in die ethisch moralische Bewertung von Lügen einzutauchen.

Die Fee ist da sehr klar, denn sie hält das Lügen für die hässlichste Angewohnheit, die ein Kind haben kann. Damit ist sie klar bei Kant, der das Lügen für einen unvernünftigen menschlichen Makel hält. Am Beispiel von Pinocchio lässt sich diese ‚Unvernunft‘ für Kinder nachvollziehen.

Ich selber halt aber eine erste Wertung von Pinocchios Lügen für ebenso wichtig, die die Schüler hier vornehmen sollten.

Die Hördatei ist hier zum Download: Pinocchios Abenteuer

Und ich nutze den Text (Seite 62 – 63) aus Philopraktisch 1.

 

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Der Verdacht: Wer war der Täter?

Es geht weiter mit dem Thema “Wahrhaftigkeit und Lüge” (Fragenkreis 3). Nachdem die Schüler mit Amba mitgelitten haben und auch nach der Lektüre die Begriffe Mimese und Mimikry durchaus auch auf ihr eigenes Leben anwenden konnten, geht es jetzt direkt mit der armen Amba weiter. Diesmal wird ihr ein übler Streich gespielt und ihre Tischnachbarn Nico und Jannis geraten in Verdacht, Täter gewesen zu sein.

Für die Schüler heißt es nun, Detektiv zu spielen und das Verhör der Klassenlehrerin mitzulesen, um danach das Verhalten der beiden Schüler zu Vergleichen. Kann man also den Lügner an seinem Verhalten erkennen?

 

Dazu gibt es hier die Tondatei:

 

Und hier ein pdf mit Arbeitsauftrag: Der Verdacht- Sichtbares Luegen

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Mittwoch – Ein guter Tag

Es geht weiter mit den wilden Sprüngen. Das liegt daran, dass ich in zwei parallelen Lerngruppen, ausprobiere, inwieweit sich die Idee des Buches realisieren lässt und wie sie im Alltag ankommt.

Es kommt nun also in zwei Lerngruppen der 5. Jahrgangsstufe jeweils ein anderer Fragenkreis mit dazugehörigem Thema zum Einsatz.

Einmal ist es das Thema ‚Wahrhaftigkeit und Lüge“ und in diesem Teil beginnt das Thema „Regeln und Gesetze“ (Fragenkreis 4 – Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft).

Idealerweise kann ich dann aus den Erfahrungen, direkte Anpassungen vornehmen, sodass eine jeweils optimierte Version entsteht, die dann die andere Lerngruppe bekommt.

Mit Yusuf kommt ein Tischnachbar von Horst und Amba erstmalig ins Spiel. Mit seinem Bro Jannis gehört er zu den lebhafteren Jungs in der Klasse. Seine Eltern betreiben einen kleinen Gemüseladen, der sie zeitlich ziemlich in Anspruch nimmt. Dadurch ergeben sich manche Freiräume für Yusuf, die er gerne schon mal nutzt. Auf der anderen Seite ist Yusuf auch immer wieder eingespannt, innerhalb des Familienbetriebs zu helfen. Das führt bei ihm zu einem Spannungsfeld zwischen sehr verantwortlichem Handeln und einem ausgeprägtem Drang sich auszuprobieren.

Die Geschichte gibt es hier als PDF:Mittwoch – Ein guter Tag

Und die Hördatei hier:

Unter der Geschichte gibt es didaktische Überlegungen zum Einsatz im Unterricht.


 

Mittwoch – Ein guter Tag

Mittwochmorgen war der beste. Gerade eben war er noch Trevor und auf einer Mission in Los Santos unterwegs. Er hatte sich einfach einem Porsche in den Weg gestellt. Der machte eine Vollbremsung, blieb stehen und Trevor schlug die Scheibe an der Fahrertür ein und riss den Fahrer raus, um dann mit quietschenden Reifen selbst los zu fahren. Yeah!

Anne ve baba sind zwei Mal in der Woche schon um vier Uhr morgens zum Markt unterwegs, um dem Onkel zu helfen. Der Familie muss man helfen. Samstag muss Yusuf auch so früh mit, um zu helfen. Samstag hasst er darum. Aber Mittwoch ist ein guter Tag. Da ist Yusuf vor der Schule allein zu Hause und kann zocken, bis die Schule anfängt.

Das weiß dann ja keiner, also zählt es auch nicht zu der Stunde, die er jeden Tag spielen darf. Und wenn es schon nicht zu der Stunde Spielzeit gehört, dann ist es auch nicht schlimm, dass das Spiel vom Onkel ist. Ab 18 prangt das rote Siegel auf der Hülle zum Spiel. Jannis sagt immer, dass er nur Spiele ab 18 spielt. Alle anderen sind für Opfer, Lappen und Mädchen. Opfer wie Nico, der alle verpetzt, die mal die Hausaufgaben nicht haben oder gegen die Klassenregeln verstoßen. Der spielt bestimmt nur Mario und hält sich auch an die Zeit, wenn Mama nichts sagt. Amba spielt bestimmt nur so Spiele ab 0: Prinzessin Lillifee oder so. Buah!

Horst, der Psycho, spielt gar nicht. Der macht nur so Mathe und guckt bei Wikipedia im Internet.

Yusuf darf nur Spiele mit grünen Aufklebern ab 12. Obwohl er erst elf ist, denn Anne sagt, er sei ja schon so groß.

Aber Leute abknallen, Regeln brechen und machen was man will, das alles geht frühestens ab 16 Jahren. So ein Quatsch. Bro Jannis sagt immer, man darf alles, nur nicht sich erwischen lassen. Bang! Wie in GTA. Und wenn einen die Polizei da erwischt, muss man nur schnell weg. Ein paar Fußgänger platt fahren und irgendwann hört die Polizeisirene auf zu tönen.

Aber jetzt ist es spät, beinahe zu spät und seine Haare wehen im Wind, während er in die Pedalen tritt. Das Frühstück ist liegen geblieben, obwohl er nie ohne anständiges Frühstück aus dem Haus soll. Die Brotdose mit dem Obst aus dem Laden hat er auch vergessen. Was soll’s? Da er nichts gegessen hat, muss er wenigstens nicht seine Zähne putzen. Die soll er ja schließlich immer nach dem Essen reinigen.

Yusuf fühlt sich gut. Er wird es noch schaffen, rechtzeitig in die Klasse zu kommen. Nur noch die Ampelkreuzung. Die schafft er locker noch bei Gelb. Als sie auf Rot umspringt, muss er noch schneller treten. Es dauert immer ein paar Sekunden, bis die Autos von rechts und links los dürfen, denn die haben noch kurz Rot.

Er schafft es so gerade. Nur eine erzürnte Hupe und er ist drüber. Geschafft. Yusuf fühlt sich unbesiegbar. Wer braucht schon Regeln?

Da muss er plötzlich in die Bremsen treten, weil da so ein Typ einfach auf den Radweg tritt. Mist, das darf der nicht. WTF!

Jetzt geht alles ganz schnell. Sein Rad gerät ins Schlingern. Der Boden ist nass und er rutscht seitlich hin, gleitet noch ein paar Meter über den Boden und kommt an einem Paar schwarze Schuh zum Stoppen.

Yusuf ist noch ganz verdattert. Ob alles in Ordnung sei, fragt eine männliche Stimme.

Obwohl er es eigentlich nicht weiß, nickt er und schon helfen Ihm ein paar behandschuhte Hände hoch.

„Tja, mein Freund. Da ham wa wohl noch mal Glück gehabt!“, sagt der Polizist, der ihm auf hilft.

Glück gehabt. So nennt man das, wenn man ohne Helm über eine rote Ampel fährt und stürzt, als ein Polizist ihn stoppen will. Yusuf ist bedient. Das Licht vom Rad ist kaputt, die Jacke hat einen fetten Riss im Ärmel und in der Schule den dritten Mittwoch in Folge zu spät gewesen.

Die Mathearbeit in der fünften Stunde ist auch nicht gut gelaufen. Beim Ergebnisvergleich hatte selbst Jannis die selben Lösungen wie Horst. Dabei war er der einzige am Tisch, der manchmal in Mathe mit Horst gleichziehen konnte.

Das Fahrrad schiebt Yusuf jetzt nach Hause. Heute überführe ihn garantiert noch ein Auto, wenn er ohne Helm nach Hause fahren würde. Außerdem braucht er Zeit, diesen Tag zu verdauen und nachzudenken. Wenn er Pech hätte, hat Frau Hochgeschurz schon wegen der Verspätung angerufen. Baba wird dann gar nicht gut gelaunt sein. Dann wird er ihm wieder von Regeln und Gesetzen erzählen und sich neue Verbote und Vorschriften ausdenken, damit Yusuf das kapiert. Wer nicht hören will, muss fühlen. Dabei ist ihm doch einiges klar. Würde er jetzt auf Reset drücken, wäre das ein ganz anderer Mittwoch geworden.

Es wäre ganz leicht ein viel besserer Mittwoch geworden. Vielleicht sogar ein guter.


Die Schüler befinden sich teilweise in ähnlichen Situationen wie der Protagonist Yusuf. Altersgemäß haben oder ergeben sich Freiräume für sie, die sie in wechselseitiger Übereinstimmung mit Bezugsgruppe oder erziehenden Erwachsenen tarieren. Dabei spielt die heteronome Orientierung noch eine Rolle: Der Regelbruch aus hedonistischen Motiven heraus dient der individuellen Bedürfnisbefriedigung, aber auch der sozialen Anerkennung. In diesem Fall liegt beides vor, denn der Spaß am verbotenen Spiel und die Anerkennung durch den Freund Jannis ist Yusuf gewiss.

Yusuf bricht mit dem heimlichen Spiel zugleich eine Regel und ein Gesetz: Er spielt heimlich, damit sein Spielzeitkonto nicht verbraucht wird. Damit verletzt er eine Vereinbarung zwischen ihm und seinen Eltern. Das Spiel ist erst ab 18 Jahren frei und damit liegt eine Verletzung des Jugendschutzes vor. Fraglich ist bei Letzterem, ob es nun sein Onkel war, der sich dieses Verstoßes schuldig machte oder Yusuf gar noch einen Diebstahl beging, um an das Spiel zu kommen.

An dieser Stelle bietet es sich schon an, darüber zu reden, welche Wertung dieser einzelnen Regelbrüche / Gesetzesverstöße vorzunehmen ist. Wiegt der Vertrauensbruch oder die FSK-Vorschrift hier schwerer.

Danach vergisst er sein Frühstück und schadet damit seinem Körper, um im Straßenverkehr sein Leben zu riskieren, um die Regel der Pünktlichkeit in der Schule einzuhalten.

Durch das frühe Aufstehen, Spielen und die mangelnde Ernährung war dann möglicherweise die Konzentration für eine Mathearbeit nicht mehr gegeben.

Um sich diesen Themenbereichen zu nähren, sollten die Schüler mögliche Handlungsalternativen überlegen und die Folgen abschätzen.

Das ließe sich fragengeleitet bewerkstelligen:

1.) Warum spielt es für Yusuf so eine wichtige Rolle, dass er schon morgens ein verbotenes Spiel spielt?

Überlege was es für ihn bedeuten würde, wenn er das nicht spielen würde.

a) Was würde sein Freund Jannis und die anderen in der Klasse von ihm denken?

b) Wie würde es ihm selbst gehen?

c) Was für Folgen hätte es an diesem Tag?

2.) Warum ist das Frühstück für Yusuf so wichtig? Hätte ihm das Frühstück an diesem Tag helfen können?

3.) Warum fährt Yusuf bei Rot über die Ampel? Hat er Glück gehabt, wie es der Polizist sagt? Was wäre passiert, wenn er einfach an der Ampel gehalten hätte?

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Anhand dieser Geschichte lassen sich zudem anhand einer kriteriengeleiteten Mindmap verschiedene Formen und Erscheinungsweisen von Regeln finden.

Zum Beispiel:

– Regeln zum Schutz von Jugendlichen / Kindern

– Straßenverkehrsregeln

– Regeln mit/in der Familie

– Regeln in der Schule

– Regeln des gesunden Menschenverstandes

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