Wahrheitstafel-Trainer von Jan Schreiber

Es gibt viele Menschen, denen ich einiges zu verdanken habe. Jan spielt da eine besondere Rolle. Er hat mir während meines Studiums unendlich viel geholfen und mich unterstützt. Ohne ihn hätte ich weder Verständnis für die Lehre an einer Universität entwickeln können, noch wesentliche Bausteine im Philosophie-Studium im Ansatz begreifen können und hätte heute noch keine Idee, wie ich Rechtsschreibung einigermaßen systematisch angehen könnte.

Und so ganz nebenher ist er noch ein toller Freund geworden, den ich im Zuge meiner weiteren Ausbildung etwas aus den Augen verlor. Um so schöner, dass er mich bat, seinen Wahrheitstafel-Trainer auf dieser Seite zu veröffentlichen. Das mache ich natürlich gerne. Schließlich bekommt so die Seite endlich ihre logische Legitimation und ich nehme den Ball gerne auf, um mal wieder intensiver mit Jan zu plauschen …

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#dieBeste Platte: #AdamAngst – s/t LP

wpid-2015-06-19-20.08.00.jpg.jpegVerdammt gelungenes Wortspiel beim Bandnamen. Adam, zugleich biblischer Urvater des Menschengeschlechts und erster Sünder, und den archaischen Zustand der Angst in einem Atemzug. Dazu das Logo, auf dem die Angst gespiegelt auf dem Kopf steht, so dass das ‚t‘ wie ein umgedrehtes Kreuz das Bindeglied zwischen biblischen Motiv und negativem Empfinden steht. Das lässt reichlich Raum für Interpretationen und Erwartungen.

Und diese Erwartungen werden erfüllt. Hier werden kleine Geschichten erzählt. Das subjektiv empfundene Unbehagen zwischen gelebten und gewolltem Leben wird thematisiert, im Kleinem wie im Großen. Sehr sympathisch, denn Adam Angst können mit Sprache umgehen, sind präzise Beobachter und dabei treffend böse.

In diesem Zusammenhang sind die seichten Töne des musikalischen Gewands durchaus angebracht. Musikalisch spielen sie mit dem Business-Punkrock der Marke Donots. Dieser seichte Teppich unterstützt die stetig präsente Ambivalenz, die als Konzept so wunderbar funktioniert. Auf der einen Seite Mainstreamtauglichkeit sowie direkte Ansprache der ausgebrannten Generation Praktikum und dann höre ich in den Zwischentönen immer wieder einen ätzenden Unterton angesichts der enttäuschten Erwartungen ans Leben, die von Adam Angst gespiegelt werden.

GHVC

 

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#DieBeste Radioshow

die2vomAtomkraftwerkEin steter Quell der Freude ist mir das monatliche Stelldichein mit Vasco und Tom, um die Beste Radioshow zu produzieren. Seit mittlerweile 21 oder 22 Jahren läuft unsere Bürgerfunkshow auf www.radioduisburg.de und seit zwei Jahren auf www.punkrockers-radio.de.

Ob das überhaupt einer hört, interessiert ja auch gar nicht. Es ist vielmehr ein Treffen, an dem Vasco und ich uns gegenseitig unsere Lieblingsplatten vorspielen und uns dabei unterhalten. Das haben wir früher schon gemacht, nur ohne Radio.

Wer einmal reinhören will, sollte sich den ersten und dritten Mittwoch im Monat merken, und seinen Volksempfängerum 20:05 Uhr auf Empfang schalten. Und unter  #diebeste gibt es auf Twitter auch regelmäßig die Ankündigungen.

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Anschlussverwendung gefunden: Abschied vom #Kaiserplatz und Willkommen in #Neukirchen-Vluyn

Aufregende Zeiten sind das für mich.Ich bin bei der Neugründung der Gesamtschule Neukirchen Vluyn ab August dabei.

Die Gesamtschule Kaiserplatz ist nun für nur noch zwei Wochen mein beruflicher Lebensmittelpunkt und das Abschiednehmen erinnert mich an die Erzählungen von Fürst Myschkin, in der Dostojewski die selbst erlebte Scheinhinrichtung verarbeitet. Jeden Tag tröste ich mich damit, dass ich ja am nächsten Morgen noch einmal kommen werden und dieses oder jenes Gesicht doch noch einmal sehe. Aber am Dienstag war es die letzte Lehrerkonferenz, nächste Woche die letzte Zeugniskonferenz und dann irgendwann die letzte Vertretungsstunde oder Pausenaufsicht gewesen sein. Und dann werde ich mich trösten und denken, dass da ja noch eine Stunde Deutsch oder Praktische Philosophie kommt. Die sind dann auch vorbei und ich werde noch einmal über den Schulhof gehen, noch einmal in die Lehrerzimmer, hier noch eine Umarmung und doch jemanden vergessen haben. Ein letztes Wort, dann auf den Parkplatz oder zum Fahrrad, noch mal umgedreht, gewunken und dann sogar gewinkt.

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Kleister

Einer von denen, die ich lange nicht mehr gesehen habe.

Einer von denen, die Prinzipien hatten.

Einer von denen, die trotzdem lachten.

Einer von denen, mit den ich gerne sprach.

Einer von denen, an die ich noch dachte.

Einer von denen ich immer mailen wollte.

Von denen einer, um die es wirklich schade ist.

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Das neue Plastic Bomb (Nummer 91) – Review Teil 2

wpid-2015-05-30-09.48.52.jpg.jpegUnd die Lektüre des Heftes dauert dank kleiner Schrift gegen den ox’schen Zeitgeist etwas länger.

Offenbar ist mit Andi ein Fan erster Stunde mit der großen Anti-Flag-Aufmacher-Story betraut. Das ist insofern interessant, dass er sein Fansein nicht hinterm Berg hält, sondern es seinen Blick auf den Promozirkus sicher erdet. Ich gehe davon aus, dass es sonst schwer gewesen wäre, das Ganze überhaupt zu ertragen. Für mich als Leser erschließt sich aber – mit der Distanz nicht mehr selber Promokampagnenmedium sein zu müssen – die Notwendigkeit auch oder gerade als politische Band so zu missionieren. Continue reading

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Der Orthografie-Check: Michas Vorwort in Plastic Bomb Nummer 91

Also jetzt mal Butter bei die Fische beziehungsweise Nieten bei die Jacke, sprich den Rotstift an das neue Plastic Bomb. Ist die Gegenkultur wirklich bedroht, in Schimpf und Schande zu vergehen, weil das Flaggschiff der Autodidakten in Akten sprachlicher Willkür geradewegs in ein babylonisches Nirwana steuert?

Exemplarisch habe ich mir mal das Vorwort von Micha aus Plastic Bomb Nummer 91 angesehen, um es auf die von Basti angesprochene hohe Fehlerquote bezüglich der Orthografie zu untersuchen. Im Hintergrund lasse ich die Neurotic Arseholes … bis zum bitteren Ende laufen, um ein Gleichgewicht zwischen Plastic Bomb und Duden herzustellen.

m-1Schließlich geht es in dem Text um die Tücken, diesen Klassiker legal neu aufzulegen und die dazu gehörige Hartnäckigkeit.

Ich habe dazu den Text abfotografiert, spaltenweise korrigiert, die Fehler rot markiert, mit grün Anmerkungen gemacht und alles schließlich nummeriert. Dabei habe ich gleiche Gruppen zu Fehlerkategorien zusammengefasst.

1. If the Sätze are united they will never be divided

Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesem Zeichensetzungsfehler, um einen Flüchtigkeitsfehler handelt. Ganz eindeutig bezieht sich die einleitenden Konjunktion weil auf den Hauptsatz im Satzgefüge, sodass beide Sätze eine klassische hypotaktische Satzstruktur (Hauptsatz -> Nebensatz) bilden und keine eigenständigen Hauptsätze sein sollen.

2. Wessen Problem ist das sein Zuhause

Der letzte Satz im ersten Abschnitt ist gleich in mehrfacher Weise erwähnenswert. Michaels Schreibweise von zuhause als Adverb klein und zusammengeschrieben ist richtig. Allerdings wird vom Duden die Schreibweise zu Hause Frage mich einer, warum das so ist? Ich habe keine Ahnung.

Ein Grammatikschnitzer hat sich beim unbestimmten Artikel ein eingeschlichen. Selbstverständlich muss hier der Genitiv gebildet werden. Machen wir die Probe: Wessen sollen sich die Platten zu Hause unterziehen? Einer Nagelprobe.

3. Infinitivgruppen sollen zur Hölle fahren

Auch im letzten Satz des ersten Absatzes finden wir eine Infinitivgruppe: „[…] wenn sie endlich die Chance hätten diese Platten zuhause eine [sic] Nadelprobe zu unterziehen.“ Rein gefühlsmäßig, würde ich ein Komma vor diese setzen, denn damit bin ich auf der sicheren Seite, weil es nach Duden (Regel K116) eine der beliebten Kann-Regeln ist: „Infinitivgruppen kann man durch Komma[s] abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen […]“[1]

Fehlt aber deswegen ein Komma? Der Duden sagt in Regel K117, dass ein Komma gesetzt werden muss, wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt oder mit einem hinweisenden Wort wieder aufgenommen wird.[2] Natürlich hängt die Gruppe an der Chance, das Wort diese ist aber in diesem Fall kein Pronomen sondern ein Artikel. Hm, da kriege ich so langsam Kopfschmerzen. Und da in der Regel auch steht, dass bei einer Verschränkung oder Eischluss von Infinitivgruppe mit dem übergeordneten Satz auch kein Komma gesetzt wird, entschließe ich mich, zu Gunsten des Delinquenten zu entscheiden und setze selbst das Komma nach Regel K116.

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Das neue Plastic Bomb (Nummer 91) – Review Teil 1

Gerade in letzter Zeit beschäftigt mich das Plastic Bomb innerlich wieder mehr. Das zeigt sich daran, dass ich mich in Gesprächen und Briefen wieder öfter zu meiner Punkvergangenheit äußere. Justament Sprach ich mit meiner Frau auf der Kurzerholungsrückreise aus dem Sauerland darüber, da liegt das Plastic Bomb Nummer 91 pünktlich wie immer im Briefkasten.

Auf dem Cover blicken zwei Männer vor dem Brandenburger Tor ernst in die Kamera. Kurz muss ich überlegen, wer denn diese wohl wieder sein mögen? Zwei Rapper aus dem mittlerweile obligatorischen Hip Hop Genre scheiden aus, da sie offenbar in meinem Alter sind. Und als ich den Inhalt überfliege, meine ich mich daran zu erinnern, dass der sympathische Typ rechts mit modisch gegeltem Iro wohl von Anti-Flag ist. Klar, die gibt es immer noch. Und die hatten schon immer eine ultraglatt gebügelte Promomaschinerie im Rücken. Continue reading

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